Impfentscheidung nach der Hierarchie der Ängste
Angst als 'sichere' Grundlage des Impfens
Da man zum Zeitpunkt wo man impft, die Krankheit, gegen die man impft, nicht hat, also völlig gesund ist, gibt es auch keinen Grund, etwas dagegen zu tun, also zu impfen.
Man kann nicht gesünder sein als gesund.
Also muss man für die Impfung, für die es keinen realen Grund gibt einen Grund schaffen: Und der besteht im Schüren einer Angst auf Basis des alten Erreger-Paradigmas, dass man jetzt zwar gesund ist, doch man jederzeit von einem Erreger befallen werden könnte und dadurch die Krankheit - die man jetzt nicht hat - ja später einmal bekommen KÖNNTE.
Und dass man sich nur durch Impfung davor schützen kann.
Wogegen man nun 'individuell' impft oder nicht hängt somit einzig und allein von der eigenen Angst ab.
Vernünftige Angst
Eine moderne, wissenschaftliche Art Angst zu haben, ist es, eine Nutzen-Risiko-Abwägung auf Basis statistischer Wahrscheinlichkeiten zu betreiben.
Man wägt damit rational ab, wovor es am vernünftigsten ist, Angst zu haben. Und dagegen impft man dann. Wenn die Nutzen-Risiko-Abwägung die eigene Angst begründbar macht, nämlich dass der Nutzen der Impfung das Risiko eines möglichen Schadens DURCH die Impfung überwiegt, dann impft man. Wenn nicht, dann überlegt man noch.
Man impft also gegen das, wovor man am meisten Angst hat.
Oder man empfiehlt als Arzt seinen Patienten eine Impfung gegen jene Krankheiten, vor denen man als Arzt am meisten Angst hat und nicht wüsste, wie man sie behandeln sollte.
Der Arzt als Bergführer
Obwohl man als Arzt eigentlich keine Angst vor Krankheit zu haben braucht, man ist ja Arzt.
Krankheiten sind als Arzt ja mein Beruf, mein Leben. Als Arzt ist es ja meine Aufgabe, Menschen - so weit als möglich - unbeschadet aus der Krankheit heraus wieder zur ursprünglichen Gesundheit und Integrität zurückzuführen. Wie soll ich das machen können, wenn ich Angst vor Krankheiten habe und diese Angst auch noch auf mir anvertraute Menschen übertrage?
Ein Arzt, der Angst vor Krankheiten hat, wäre wie ein Bergführer, der Angst vor dem Berg hat. Der zu einem Bergsteiger sagt: Schützen Sie sich vorsorglich vor diesem Berg, bleiben Sie im Tal!
Ein gewisser Respekt vor Krankheiten und Bergen ist angebracht, doch Angst braucht man keine zu haben.
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